Im November hat das Licht eine Farbe, die ich in keinem anderen Monat finde: Es ist grau, weich und trotzdem scharf genug, um jede Kante zu zeigen.

Ich sitze zu Hause am Schreibtisch, und wenn es die Temperaturen zulassen, manchmal auch draussen auf der Terrasse. Den Nebel mag ich eigentlich überhaupt nicht. Aber er versetzt mich in die richtige Stimmung für einen Teil des zweiten Bandes, der ja auch im Herbst beginnt.

Heute nehme ich dich mit in meine Jahreszeit. Ich habe gemerkt, dass ich im Winter am liebsten über Winter schreibe, und ich versuche zu erklären, warum.

🌫️ Was das Novemberlicht mit mir macht

Wenn draussen die Tage kürzer werden, rückt die Welt näher an den Schreibtisch. Weniger Ablenkung, mehr Innenleben. Der Nebel nimmt der Landschaft die Ränder, und ich sehe genauer hin, auf das, was bleibt.

Ein Gedanke trägt mich dabei schon lange, und er steht auch in meinen Schreibregeln: Spannung entsteht durch Stimmung, Landschaft und Charakter, nicht durch Blut. Eine Landschaft im Winter macht genau das fast von allein. Nebel schluckt Geräusche. Schnee legt eine Stille über alles, die man hören kann. Ein beleuchtetes Fenster in der Dämmerung erzählt schon eine halbe Geschichte, bevor jemand etwas sagt.

🏔️ Der Winter als Mitspieler

Freds zweiter Fall, «Huwiler und das goldene Kreuz», spielt im Winter, in einem Kloster bei Meran, an Weihnachten. Das ist kein Zufall und keine Dekoration. Kälte zwingt Menschen zusammen. Wege sind kürzer, Gespräche leiser, Türen schliessen sich früher. Ein Kloster im Schnee ist ein Ort, an dem man nicht einfach weggehen kann, auch wenn man möchte.

Mehr verrate ich nicht. Aber ich kann dir sagen, dass ich beim Planen immer wieder dieselbe Frage gestellt habe: Was ist in diesem Licht, bei dieser Kälte, für diese Figur unausweichlich?

🕯️ Was ich daraus mitnehme

Ehrlich gesagt gibt es auch eine andere Seite. Der Winter ist dunkel, und das Schreiben über Dunkles braucht Gegengewichte. Mir helfen ein Spaziergang mit Sánná, Pausen mit einem Kaffee und Gespräche mit meiner Partnerin.

Vielleicht schreibe ich deshalb so gern über diese Zeit: Sie zwingt mich, genau hinzusehen, auf die kleinen Dinge, auf einen Atemhauch in der Kälte oder auf das letzte Licht, bevor es dunkel wird. Danke, dass du mich auf diesem Weg begleitest.

Und du?

In welcher Jahreszeit liest du am liebsten, und warum? Hast du ein Buch, das für dich zu einer bestimmten Jahreszeit gehört? Schreib es mir, ich bin neugierig.

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Bleib neugierig.