Walter Uehli schreibt im Pössl — mit Sánná an seiner Seite

Am 31. Juli 2026 habe ich meinen letzten Arbeitstag als Gesamtleiter eines Sonderschul-Internats hinter mich gebracht.

Dreissig Jahre Schule. Davon viele als Leiter. Immer Verantwortung, immer Termine, immer Anforderungen von aussen. Und jetzt? Jetzt sitze ich am Sonntagmorgen mit einem Kaffee, schaue aus dem Fenster, und mir gehört der Tag.

Es ist ein seltsames Gefühl. Gut. Aber neu.

Was sich verändert, wenn die Uhr aufhört zu ticken

In den ersten Wochen habe ich vor allem eines getan: geschlafen. Länger als ich es mir in Jahren erlaubt hatte.

Dann kam die Stille. Keine Sitzungen. Keine Elterngespräche. Kein Krisenmodus. Nur ich und die Frage: Was will ich jetzt eigentlich?

Die Antwort kam schneller als erwartet. Sie war schon lange da, ich hatte bloss nie genug Platz dafür.

Schreiben. Reisen. Lysväg.

Der Thriller wartet nicht auf die Rente

Mein erster Roman, Huwiler und der Organhandel, ist im Juli 2026 erschienen. Mitten in der Übergabephase. Mitten im Abschied.

Was ich in dieser Zeit gelernt habe: Schreiben ist kein Hobby, das man für die Rente aufhebt. Es ist Arbeit, die man macht, weil man sie liebt — auch neben allem anderen.

Jetzt, wo das «andere» wegfällt, wächst der Raum für die Bücher. Band 2 ist in Arbeit. Die Figuren melden sich lauter. Die Szenen kommen klarer.

Das ist neu. Das ist schön.

Lysväg — ein Traum wird konkret

Vor ein paar Monaten haben Sánná und ich ein Versprechen gemacht. Sobald der Pössl da ist, fahren wir los.

Lysväg — der Lichtweg. Ein YouTube-Kanal, eine Idee, ein Lebensgefühl. Kastenwagen, Hund, nordische Weite. Kein festes Programm, kein Ziel das nicht geändert werden darf.

Der Van ist noch nicht geliefert. Aber der Plan ist real. Die Vorfreude auch.

Sánná jedenfalls ist bereit. Sie schaut mich schon seit Wochen mit diesem Blick an.

Sánná am Teich — bereit für die grosse Reise

Sánná am Teich — bereit für die grosse Reise

Was Neurentner wirklich brauchen

Ich höre oft: «Geniess es einfach.» Gut gemeint. Aber wer dreissig Jahre lang gestaltet hat, wird nicht über Nacht zum Geniessenden.

Was ich brauche, ist nicht Leere, sondern Freiheit. Den Unterschied zu spüren, das ist die eigentliche Aufgabe dieser ersten Monate.

Frei sein bedeutet für mich nicht, nichts zu tun. Es bedeutet, selbst zu entscheiden, was ich tue. Wann. Wie. Für wen.

Schreiben für den zweiten Huwiler-Band. Fahren mit Sánná durch Skandinavien. Beraten, wenn jemand meine Erfahrung wirklich braucht. Und gelegentlich einfach: dasitzen und zuschauen, wie die Welt sich dreht.

Das reicht.

Ausblick

Der Übertritt in die Rente ist kein Schlusspunkt. Ich habe mich für einen Doppelpunkt entschieden.

Es kommt noch was. Band 2 der Huwiler-Reihe. Lysväg. Neue Wege, neue Orte, neue Geschichten.

Ich nehme dich gerne mit.


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Bleib neugierig.

Walter