Mein erster Roman heisst «Huwiler und der Organhandel». Als ich überlegte, wie der Tisch aussehen soll, kam mir ein Gegenstand in den Sinn, den jeder kennt und den niemand auf einer Buchmesse erwartet: eine Nierenschale aus Metall.

Inzwischen sind es zwei, eine grosse und eine kleine. Gefunden habe ich sie nicht in einem Spital, sondern in einem Army-Shop in der Schweiz. Wofür sie früher gebraucht wurden, weiss ich nicht. Für einen Thrillerautor ist das die schönste Art von Frage. Ich habe sie poliert, bis sie glänzen wie in einem Untersuchungszimmer.

In der grossen Schale liegt ein Buch. In der kleinen liegen meine Visitenkarten. Ich bin gespannt, wie viele Menschen stehen bleiben, die Augenbrauen heben und fragen, was das soll. Genau dann beginnt das Gespräch. Und darum geht es mir an einer Messe: nicht verkaufen, sondern ins Gespräch kommen.

Der Rest ist schlicht. Eine dunkelblaue Tischdecke, ein Buchständer, ein kleiner Stapel Bücher, Leseproben zum Mitnehmen, Lesezeichen. Kein Schnickschnack. Ein Thriller braucht Klarheit, auch auf dem Tisch.

Dreissig Minuten Lesung

Um 15.30 Uhr lese ich im Paul Norz Haus, im Raum Mayr-Nusser. Dreissig Minuten. Das klingt nach viel und ist doch knapp, wenn man eine Geschichte von fast dreihundert Seiten zeigen will.

Ich habe mir einen Ablauf zurechtgelegt. Zuerst erzähle ich, wie Fred Huwiler entstanden ist. Dann lese ich eine Szene, die man mit allen Sinnen spürt, eine ruhige, in der sich etwas zusammenbraut. Danach wird es härter. Und am Schluss stelle ich eine Frage, die ich mir beim Schreiben selbst oft gestellt habe: Was hättet ihr getan? In diesen Tagen lese ich die Stellen zu Hause laut, mit der Stoppuhr neben mir.

✍️ Was ich mir von Brixen erhoffe

Ehrlich gesagt erhoffe ich mir vor allem Begegnungen. Menschen, die Südtirol kennen und mir sagen, ob ich Meran und das Passeiertal richtig getroffen habe. Menschen, die Thriller lieben und wissen wollen, wie es mit Fred weitergeht. Vielleicht auch jemanden, der einfach nur wegen der Nierenschale stehen bleibt.

Und du?

Warst du schon einmal an einer Buchmesse oder einer Lesung, die dir in Erinnerung geblieben ist? Was hat sie besonders gemacht? Schreib es mir, ich bin neugierig.

Und falls du am 17. Oktober in der Nähe von Brixen bist: Komm an Tisch 25. Ich freue mich auf dich.


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Ich freue mich, dich an Bord zu wissen. Bleib neugierig.